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Pinus nigra austriaca

Die Schwarzkiefer, oder auch österreichische Schwarzkiefer genannt, hat ihr natürliches Vorkommen am südlichem Alpenrand entlang des Mittelmeeres, woraus bereits ersichtlich ist, dass sie eine Kiefer der wärmeren Regionen Europas ist. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht trotzdem problemlos bei uns in Deutschland gehalten werden kann. Das sieht man auch an den vielen Zuchtformen, die es in ganz Europa bis in den Norden hinauf gibt.
Wie die beiden voran gegangenen Kiefernarten ist auch die Pin. nigra eine zweinadelige Kiefer von schöner dunkelgrüner Farbe, allerdings mit sehr langen und harten Nadeln von ca. 6 cm und mehr. Die Nadeln der Schwarzkiefer werden bei Schalenhaltung auch etwas kürzer, wenn auch nicht in dem Maße, wie es bei zB. der Pin. sylv. der Fall ist, allerdings erreicht man nach einigen Jahren ohne zu schneiden eine Länge/Kürze von etwa 3cm, was dann nur noch bei kleinen Bonsai (Shohin ) etwas störend ist. Meine Schwarzkiefern halte ich problemlos ganzjährig im Freien ohne irgendwelche Störungen im Wachstum durch unsere kalten Winter.
Das Aussehen der Schwarzkiefer ist im Vergleich zu anderen eher grob bzw. nicht so feminin in der Erscheinung wie es bei beispielsweise der Pin. sylvestris der Fall ist.

 

 

Pius nigra als Baumschulware:

Schwarzkiefern gibt es in fast jeder Baumschule, meist allerdings sehr große, was dann nicht unbedingt Bonsaitauglich ist. Mit etwas Glück findet man jedoch manchmal ein paar geeignete Stücke, aus denen sich ganz brauchbare Bonsai gestalten lassen.
Es gibt verschiedene Zuchtformen oder Unterarten in den Baumschulen, von denen ich hier nur drei aufführen möchte, und das sind:

- Pin. n. aurea, eine gelb oder goldfarbige Variante
- Pin. n. Jeddeloh
- Pin. n. nana.

Pin. nigra als Jamadori:

Erst so ab 1990 tauchten Schwarzkiefern als Jamadori in Deutschland auf
Das hatte den Grund, dass kaum Jemand wusste, wo nun diese geheimnisvollen Kiefern wuchsen, und, weil ausgegrabene Schwarzkiefern gar nicht so einfach zu kultivieren waren, wie man es von den bekannten Baumschulkiefern her gewöhnt war. Selbst heute gibt diese Kiefer noch viele Rätsel auf, aber mit Vorsicht und Umsicht gelingt die Kultivierung.
Zumeist findet sich diese Kiefer in felsigem, steinigem Gelände und ist oftmals nur schwierig zu bergen, das bedeutet aber auch, dass als Pflanzsubstrat ein gut durchlässiges verwendet werden muß, da sich sonst sehr schnell eine Staunässe entwickelt, die die Wurzeln faulen lässt.
Ganz selten lässt ein Findling dieser Kiefernart sofort auf einen Bonsai schließen, das einzige ist meisten der Stamm, was darauf hinweisen kann, die Äste sind meistens sehr sparrig oder buschig angeordnet und deuten nicht auf eine Bonsaieignung hin. Nur der Kennerblick eines Profis kann diese Hürde umgehen; und nach entsprechendem Ausschneiden der Äste sind noch viele Jahre gefordert, um erst eine Verfeinerung der Äste und dann eine Verkürzung der Nadeln zu erreichen. Um ein Optimum an Zuwachs zu erzielen, muß eine entsprechende Düngung verabreicht werden, wobei natürlich auch die Schalengröße ausschlaggebend ist.
Selten ist der Wurzelansatz so, dass sich daraus ein ansehbares Ergebnis erzielen lässt.
Hier ist Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt und lange Jahre der Entwicklung sind nötig, aber eine Schwarzkiefer wird immer lange Zeit brauchen, bis sie zu einem gutem Bonsai herangewachsen ist.
Ist die Entwicklung bezüglich Verzweigung und Feinverzweigung abgeschlossen, so ist das Augenmerk nun auf die Nadeln bzw. auf die Nadellänge zu richten. Um hier ein gutes Ergebnis zu erreichen, gibt es verschiedene Methoden, einmal die Verringerung der Wassergabe und dann über das Ausbrechen der Kerzen, was dann zusätzlich noch eine bessere Feinverzweigung ergibt.
Alles in allem ist die Schwarzkiefer ein Baum, der sehr viel Freude macht, wenn man die nötige Geduld aufbringt und des weiteren hat man hier die Möglichkeit, die Entwicklung einer Kiefer detailgenau zu verfolgen.

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