Über mich

Gerhard Vorderwülbecke
Geboren am 25.04.1945 und aufgewachsen am Rande der Chiemgauer Alpen, prägte diese Umgebung meine Naturverbundenheit schon von Jugend an, und dies begleitete mich bis heute.
Als ich während meiner Lehrzeit zu meiner Großmutter kam, war ich am Liebsten in meiner Freizeit in ihrem kleinen Wäldchen, das abseits von allem Verkehrstrubel im Dachauer Moor lag. Es war ein Kiefernwald, und dort turnte ich besonders gerne auf den hohen Kiefern herum.
Vielleicht lag es daran, ich weiss es nicht, aber diese Vorliebe für Kiefern ist mir bis heute erhalten geblieben - der Duft des Harzes, der Geruch der Nadeln, die wunderschöne rote abblätternde Rinde, die ich oft mit nach Hause brachte - irgend Etwas faszinierte mich an diesen Bäumen.
Meine Beruf als Zahntechnikermeister bringt Kreativität mit sich, und als ich 1970 einen Bericht mit Bonsai aus Japan in einer Zeitschrift zu sehen bekam, wunderbare Meisterwerke, Wacholder 250 Jahre alt, sehr alten Kiefern und blühenden Apfel- und Kirschbäumen, da wars um mich geschehen, das interessierte mich!
Es stand ja dabei, dass diese Bäume zum Teil gesammelt waren, dass man aus jedem Baum einen Bonsai machen konnte, durch Beschneiden derselben und Formen mittels Draht - das wollte ich auch, hier sah ich Kreativität in Verbindung mit der Natur, und so fing es an.
Im selben Frühjahr machte ich einen Besuch bei Bekannten in Südtirol, und dort durfte ich mir einen wildwachsenden Sämling aus dem Garten ausgraben und mit nach Hause nehmen, es war eine Pinus sylvestris.
Diesen ersten “Bonsai”, ich hatte die Kiefer zu Hause auf dem Balkon in eine Eternitschale gepflanzt, pflegte ich bis 1979 und, damit er während eines Umzugs keinen Schaden erlitt, pflanzte ich ihn im Garten aus, wo er dann wuchs und gedieh, aber für mich als Bonsai nicht mehr in Frage kam.
Aber es kamen andere, alles Mögliche, aber immer wieder Kiefern oder andere Nadelbäume.
Bedingt durch mehrere Umzüge erlitt ich immer wieder Rückschläge, aber auch immer wieder die Freude durch die Pflege und das Gestalten.
Heute umfasst meine Sammlung etwa 250 gestaltete “Bonsai”, überwiegend natürlich Nadelbäume, zu 99% selbstgesammelt und auch gestaltet, dazu noch mindestens genau so viele als unbearbeitetes Rohmaterial.
Meine besonderen Höhepunkte waren die Workshops bei J.J. Naka, Masahiko Kimura und nicht zuletzt die Scuola d Arte, der Suzuki-Schule, die ich einige Jahre besuchte, des weiteren, und für mich eigentlich das Bonsaierlebnis überhaupt, war die Bonsaireise 1989 nach Japan, der Besuch der WBFF mit ihrer Ausstellung und den Demos, der Besuch der Bonsaigärten von Saburo Kato, in denen ich mich 3 Tage aufhalten durfte und von Katos Sohn begleitet und geführt wurde, die Bonsaigärten von Joshimura und Murata, den ich noch persönlich kennen lernen konnte sowie bei Hamano (Kimuras Lehrmeister) und ZUISHO EN, den damals bekanntesten und größten privaten Bonsaigarten in Japan.
Jetzt im Jahre 2007 ziehe ich wieder einmal um und ich hoffe, es ist das letzte Mal. Es wird wieder ein neuer Bonsaigarten entstehen, KOFUKU TEI- EN genannt, “Garten der Glück bringenden Bäume”, denn trotz aller Schwierigkeiten im Leben haben mir meine Bonsai und der Umgang mit ihnen immer wieder Freude und Ruhe gebracht, und das möchte ich beibehalten.
Ihr
Gerhard Vorderwülbecke
